Die Premier League macht das Wettverbot zum Gespött
- Inkrafttreten des Wettverbots: Ab der Saison 2026/27 ist das von der Premier League selbst verhängte Verbot von Glücksspiel-Sponsorenlogos auf der Vorderseite der Trikots offiziell in Kraft getreten.
- Eng gefasster Geltungsbereich: Das Verbot gilt ausschließlich für die Hauptfläche auf der Trikotvorderseite, während andere Werbeflächen wie Ärmel, Trainingsbekleidung und digitale Pakete für Glücksspielmarken weiterhin uneingeschränkt nutzbar sind.
- Anpassung der Vereine: Zahlreiche Premier-League-Vereine haben ihre Glücksspiel-Sponsoren auf diese freien Werbeflächen verlagert, um lukrative Partnerschaften aufrechtzuerhalten, wie etwa Manchester Uniteds Vertrag mit Betway für die Trainingsbekleidung zeigt.
Mit Beginn der Saison 26/27 ist das von der Premier League selbst verhängte Verbot von Glücksspiel-Sponsorenlogos auf der Vorderseite der Trikots offiziell in Kraft getreten. Die im April 2023 von den Vereinen vereinbarte wegweisende Regelung verbannt Wettanbieter erstmals seit über zwei Jahrzehnten vollständig aus der zentralen Brustposition der Spieltrikots aller 20 Erstligisten – eine große ästhetische Veränderung nach einer Saison, in der mehr als die Hälfte der Liga Buchmacher auf ihren Trikots trug.
Glücksspielverbot in der Premier League tritt in Kraft: Wie die Vereine ihre Sponsoren auf die Ärmel und die Trainingskleidung verlagern
Auch wenn die Vorderseiten der Trikots an Spieltagen nun frei von Glücksspielmarken sind, ist der Geltungsbereich der Regelung bewusst eng gefasst. Das Verbot gilt ausschließlich für die Hauptfläche auf der Vorderseite der Trikots. Andere Werbeflächen bleiben davon unberührt, sodass Ärmel-Sponsoring, Trainingsbekleidung, LED-Anzeigen am Spielfeldrand und offizielle digitale Partnerpakete für Glücksspielmarken weiterhin uneingeschränkt offen sind.
Anstatt lukrative Partnerschaften mit der Wettbranche zu beenden, haben sich zahlreiche Premier-League-Vereine angepasst und ihre Sponsoren auf diese Bereiche ohne Einschränkungen verlagert. Everton hat „Stake“ auf die Ärmel seiner Trikots verlegt, während Aston Villa „Betano“ auf den Ärmelplatz gesetzt hat. Tottenham Hotspur hat „Betano“ als offiziellen Partner für die Trainingsbekleidung an Bord geholt, und Bournemouth hat Glücksspiel-Sponsoring auf die Ärmel seiner Spieltrikots integriert.
Der deutlichste Beweis für diesen kommerziellen Kurswechsel war der mehrjährige Vertrag von Manchester United mit Betway im Wert von 20 Millionen Pfund pro Jahr. Betway, das sich vollständig an die Richtlinien der Premier League hält, wurde zum Hauptpartner auf der Trainingsbekleidung des Vereins – sowohl für die Herren- als auch für die Damenmannschaft. Da tägliche Social-Media-Beiträge, Videos von Trainingseinheiten und die Berichterstattung über Pressekonferenzen weltweit verfolgt werden, ist das Trikot für die Markenpräsenz mittlerweile fast genauso effektiv wie das Trikot am Spieltag.
Zwar sorgt die neue Regel dafür, dass die Vorderseite der Trikots übersichtlicher wird und Glücksspiel-Logos von den an Kinder verkauften Replika-Trikots ferngehalten werden, doch die kommerziellen Beziehungen zwischen dem englischen Fußball und der Wettbranche sind insgesamt nach wie vor eng miteinander verflochten. Durch Aufnäher auf den Ärmeln und auffällige Trainingsbekleidung haben die Glücksspielanbieter sichergestellt, dass ihre visuelle Präsenz im Premier-League-Fußball bis in die Saison 26/27 und darüber hinaus Bestand hat.
Was hältst du von der „engen Beziehung“ zwischen Wettanbietern und den Premier-League-Vereinen? Glaubst du, dass das Verbot der Premier League für Glücksspiel-Trikotsponsoring tatsächlich wirksam sein wird? Teile deine Meinung in den Kommentaren unten mit.









