Hätte legendär werden können: Als Sega beinahe Real Madrid gesponsert hätte
- Beinahe-Sponsoring von Real Madrid: Der japanische Gaming-Riese Sega stand laut einem Bericht der spanischen Zeitung Marca von 1999 kurz davor, die Vorderseite der berühmten Trikots von Real Madrid zu zieren.
- Attraktives finanzielles Angebot: Sega bot einen Dreijahresvertrag über 1.100 Millionen Peseten (ca. 6,6 Millionen Euro) pro Jahr an, was die Sponsoringeinnahmen von Real Madrid praktisch verdoppelt hätte.
- Marketingoffensive und gescheiterter Deal: Das Angebot war Teil von Segas aggressiver europäischer Marketingoffensive für die Dreamcast-Konsole, doch trotz fortgeschrittener Gespräche kam der Vertrag letztendlich nicht zustande.
Was wäre, wenn Real Madrid zur Jahrtausendwende „Sega“ auf der Brust getragen hätte? Ein faszinierender Bericht der spanischen Zeitung Marca, der ursprünglich am 10. November 1999 veröffentlicht wurde, ist wieder aufgetaucht und zeigt, wie nah der japanische Gaming-Riese daran war, die Vorderseite der berühmten Trikots von „Los Blancos“ zu übernehmen. Vielen Dank an @cronicasRM für den Hinweis.
Sega wäre beinahe Sponsor von Real Madrid geworden
Zu dieser Zeit wurde Real Madrid vom deutschen Küchengerätehersteller Teka gesponsert, dessen langjähriger Vertrag jährlich rund 500 Millionen Peseten (etwa 3 Millionen Euro) einbrachte und am 30. Juni 2000 auslaufen sollte.
Um ihre kommerziellen Einnahmen deutlich zu steigern, hatten sich die Verantwortlichen von Real Madrid für den nächsten Vertrag das ehrgeizige Ziel von 1.000 Millionen Peseten pro Saison gesetzt. Sega übertraf diese Zahl bei weitem und unterbreitete ein Angebot von 1.100 Millionen Peseten (etwa 6,6 Millionen Euro) pro Jahr im Rahmen eines Dreijahresvertrags ab der Saison 00/01, wodurch sich die Sponsoringeinnahmen des Vereins praktisch verdoppelten.
Ein massiver Vorstoß für die Dreamcast
Dieser Schritt war Teil einer aggressiven europäischen Marketingoffensive von Sega zur Bewerbung ihrer neu auf den Markt gebrachten Dreamcast-Konsole. Etwa zur gleichen Zeit investierte Sega massiv in den europäischen Fußball und schloss bekanntlich Trikot-Verträge mit Arsenal, Sampdoria und Saint-Étienne ab.
Marca veröffentlichte sogar Entwürfe, die zeigten, wie die adidas-Trikots von Real Madrid aus den Jahren 1998–2000 mit dem Branding aussehen würden: Die weißen Heim- und blauen Auswärtstrikots trugen den klassischen marineblauen Sega-Schriftzug, während das schwarz-goldene Ausweichtrikot das Dreamcast-Spiral-Logo zierte – ganz im Stil von Arsenals abwechselndem Heim- und Auswärtsdesign.
Auch hinter den Kulissen waren die Verbindungen tief verwurzelt. Der französische Stürmer Nicolas Anelka hatte im Sommer 1999 gerade einen vielbeachteten Wechsel von Arsenal zu Real Madrid vollzogen, nachdem er bereits in England in Werbekampagnen von Sega mitgewirkt hatte.
Noch bemerkenswerter ist, dass José Ángel Sánchez, der unter Florentino Pérez über zwei Jahrzehnte lang als Generaldirektor und CEO von Real Madrid tätig war, zum Zeitpunkt der Verhandlungen als leitender Angestellter bei Sega Europe arbeitete, bevor er im Jahr 2000 in die Führungsriege des Bernabéu wechselte.
Trotz fortgeschrittener Gespräche in London zwischen Vereinsvorständen und Vertretern von Sega kam der Deal nie zustande. Real Madrid einigte sich schließlich mit Teka auf eine kurze Verlängerung bis zur Saison 00/01, bevor der Verein in seiner historischen 100-Jahr-Feier-Saison 01/02 ohne Sponsor auskommen musste und anschließend 2002 einen Vertrag mit Siemens Mobile abschloss.
Auch wenn die Sega-Trikots nie den Rasen im Santiago Bernabéu erreichten, bleibt das Konzept eines der großartigsten „Was-wäre-wenn“-Sponsorendesigns in der Geschichte der Fußball-Trikots.
Was denkst du, wenn Sega damals der Trikotsponsor von Real Madrid geworden wäre? Schreib einen Schreib es uns in den Kommentaren.



