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Brasilien verbietet Wettsponsoren mit sofortiger Wirkung – Trikots müssen bis zum 5. Oktober genehmigt sein

  • Sofortiges Verbot von Wettsponsoring: Die brasilianische Regierung hat mit einer vorläufigen Maßnahme ein landesweites und sofortiges Verbot von Sportwetten- und Online-Casino-Sponsoring erlassen, das den Betrieb, die Werbung und das Sponsoring solcher Aktivitäten strengstens untersagt.
  • Gravierende finanzielle Folgen für Fußballvereine: Das Verbot bedeutet einen katastrophalen finanziellen Schock für die brasilianischen Fußballvereine, da 14 der 20 Série A-Clubs Wettanbieter als Hauptsponsoren hatten und dadurch jährliche Einnahmen von bis zu 1,1 Milliarden R$ verloren gehen.
  • Frist zur Umsetzung und vorläufige Natur des Verbots: Alle Glücksspielmarken und -logos müssen bis zum 5. Oktober 2026 von Trikots und Werbeflächen entfernt werden; die einstweilige Verfügung ist zwar sofort rechtskräftig, hat aber eine maximale Gültigkeit von 120 Tagen, in denen der brasilianische Kongress über ihre dauerhafte Gesetzwerdung entscheiden muss.

Der brasilianische Fußball ist in Aufruhr geraten, nachdem die brasilianische Bundesregierung ein sofortiges landesweites Verbot von Sportwetten mit festen Quoten und Online-Casino-Sponsoring erlassen hat. Das am 25. September 2026 durch die von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva unterzeichnete vorläufige Maßnahme (MP) 1.394/2026 in Kraft getretene Dekret verbietet strengstens den Betrieb, das Anbieten, die Werbung und das Sponsoring von Sportwettenaktivitäten. Gemäß den Notfallvorschriften müssen alle Glücksspielmarken und -logos bis zum 5. Oktober 2026 von den Trikots der Mannschaften, den Werbetafeln am Spielfeldrand, den Übertragungen und den digitalen Inhalten entfernt werden, bevor die Online-Plattformen am 6. Oktober komplett abgeschaltet werden.

Schwerer Schlag für die Vereine der Série A

Die plötzliche Anordnung bedeutet einen katastrophalen finanziellen Schock für die Brasileirão, wo Wettanbieter zur dominierenden Quelle kommerzieller Einnahmen geworden sind. Ganze 14 der 20 Vereine der Série A haben Wettanbieter als Hauptsponsoren auf der Trikotvorderseite, angeführt von hochkarätigen Verträgen wie der Partnerschaft von Flamengo mit Betano und dem Vertrag von Corinthians mit Esportes da Sorte. Analysten schätzen, dass das Verbot jährlich zwischen 900 Millionen und 1,1 Milliarden R$ (rund 200 Millionen US$) an direkten Sponsoring-Einnahmen zunichte machen wird.

Die einstweilige Verfügung ist zwar sofort rechtskräftig, ihre langfristige Gültigkeit ist jedoch noch nicht vollständig gesichert. Der Erlass gilt für bis zu 120 Tage; in dieser Zeit muss der brasilianische Kongress entscheiden, ob er formell in ein dauerhaftes Gesetz umgewandelt oder außer Kraft gesetzt wird.

Wettbranchenverbände haben bereits Eilanträge beim Obersten Gerichtshof eingereicht, um das Verbot auszusetzen, doch da die Frist für die Umsetzung in wenigen Tagen abläuft, sind brasilianische Vereine gezwungen, die lukrativen Wettlogos mit sofortiger Wirkung auf ihren Trikots zu überkleben, zu ersetzen oder zu entfernen.

Der erste Verein, der das Logo des Wettanbieters von seinen Trikots entfernt hat, ist Santos. Anstelle der Wettmarke Novibet wird das Trikot nun einen speziellen Gedenkaufnäher zu Ehren der leidenschaftlichen Santos-Fanin und Influencerin Naty Potira (Natalia Potirapora Martins da Conceição) tragen, die am 26. September nach einem langen Kampf gegen metastasierenden Gebärmutterhalskrebs verstorben ist. Das Abzeichen zeigt ein illustriertes Porträt, begleitet von den Worten „Eterna Potira“, und würdigt damit eine breit getragene Faninitiative sowie die „Outubro Rosa“-Saison des Vereins zur Sensibilisierung für Brust- und Gebärmutterhalskrebs.