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Adidas könnte die Marke für das Trionda-Ball-Panel-Design der Weltmeisterschaft 2026 verlieren

  • Rechtsstreit um das Design: Adidas könnte die Markenrechte für das Panel-Design des Trionda-Balls der Weltmeisterschaft 2026 in Europa verlieren, da Marius Dittmar einen Antrag auf Aufhebung des Geschmacksmusterschutzes beim EUIPO gestellt hat.
  • Dittmars Einwand: Dittmar argumentiert, dass er bereits ähnliche Vier-Panel-Fußbälle entworfen hat und beruft sich auf ein älteres US-Patent von 2008, das ein ähnliches Design aufweist, um die Neuheit des Adidas-Designs in Frage zu stellen.
  • Adidas' Reaktion: Adidas spielt die potenziellen wirtschaftlichen Auswirkungen herunter und betont, dass eine Niederlage lediglich die exklusive Nutzung des Panel-Designs in Europa gefährden würde, während das Unternehmen weiterhin andere Schutzrechte für den Ball besitzt.

Der Adidas Trionda, der offizielle Spielball der Weltmeisterschaft 2026, wird von CEO Bjørn Gulden als sein „Lieblingsprodukt“ und „der schönste und technisch ausgereifteste Fußball aller Zeiten“ gepriesen. Hinter den Kulissen droht jedoch ein großer Rechtsstreit, der Adidas die exklusiven Designrechte für diesen mit Spannung voraussichtlichen Ball in Europa zu entziehen droht.

Über diese unglaubliche Geschichte berichtete erstmals Christoph Neßhöver für das deutsche Wirtschaftsmagazin „manager magazin“.

Adidas könnte das Markenzeichen für das Panel-Design des Trionda-Balls der Weltmeisterschaft 2026 verlieren

Die herausragende Eigenschaft des neuen Adidas-Balls „Trionda“ für 2026 ist seine revolutionäre Grundgerüst. Anstelle des traditionellen Designs mit vielen Panels (wie beim klassischen 32-Panel-Ball „Telstar“) besteht der Trionda aus nur vier großen, sternförmigen Panels.

Adidas wollte dieses innovative vierteilige Design natürlich schützen, um zu verhindern, dass Konkurrenten es während des riesigen WM-Verkaufszyklus kopieren. Sie meldeten den Designschutz beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) unter der Nummer 015017152-0001 an.

Der Herausforderer: Marius Dittmar

Dieser Schutz ist nun jedoch ernsthaft bedroht. Marius Dittmar, ein 34-jähriger ehemaliger Amateurfußballer und Inhaber des Designbüros 142k, hat beim EUIPO offiziell einen Antrag auf Aufhebung des Geschmacksmusterschutzes von Adidas gestellt.

Dittmar, der Fußbälle und Sportzubehör für Marken wie Jako und Hummel entwirft, behauptet, er habe selbst bereits mehrere Vier-Panel-Fußbälle entworfen. Als vor einem Jahr erstmals Bilder des Trionda im Internet geleakt wurden, glaubte Dittmar, Adidas habe sein Designkonzept gestohlen.

Dittmar hat sein Design im November 2023 beim Deutschen Patent- und Markenamt angemeldet.

Adidas hatte sein Trionda-Design bereits 2023 heimlich beim EUIPO angemeldet, entschied sich jedoch, es nicht sofort zu veröffentlichen oder zu aktivieren – eine gängige Praxis, um kommende Produkte geheim zu halten.

Als Adidas von Dittmars fast identischer Anmeldung erfuhr, beeilte man sich Ende März 2025, den EUIPO-Schutz offiziell zu aktivieren.

Das „Stand der Technik“-Argument

Da Adidas seine geheime EUIPO-Anmeldung technisch gesehen vor Dittmars deutscher Registrierung eingereicht hatte, schlug Dittmar einen anderen rechtlichen Weg ein, um Adidas’ Anspruch für ungültig zu erklären.

Im Oktober 2025 beantragte Dittmar die Aufhebung des Adidas-Schutzes unter Berufung auf ein älteres US-Patent aus dem Jahr 2008. Dieses 2008 von einem amerikanischen Designer angemeldete Patent beschreibt ein vierteiliges Ball-Design, das laut Dittmar auffallende Ähnlichkeit mit dem Trionda aufweist.

Das zentrale rechtliche Argument ist, ob sich das Adidas-Trionda-Design wesentlich von der „bestehenden Formenvielfalt“ unterscheidet, die durch das US-Patent von 2008 bereits etabliert wurde. Sollte das EUIPO feststellen, dass dies nicht der Fall ist, könnte Adidas seine exklusiven Designrechte verlieren.

Adidas’ Antwort: „Keine wirtschaftlichen Auswirkungen“

Auch wenn der Verlust des Design-Markenrechts zweifellos eine Blamage für die Marke wäre, die seit 1970 jeden WM-Ball geliefert hat, spielt Adidas diese Gefahr öffentlich herunter.

Auf Anfrage des manager magazin erklärte Adidas, dass eine Löschung „keine wirtschaftlichen Auswirkungen“ hätte. Das Unternehmen stellte klar, dass eine Niederlage vor Gericht lediglich „die exklusive Nutzung des Panel-Designs durch Adidas in Europa gefährden würde, nicht aber die Nutzung der Panel-Formen durch Adidas selbst“. Außerdem wiesen sie darauf hin, dass sie drei separate Schutzrechte für den Trionda besitzen, die die Panel-Form, das Farbdesign und die Oberflächenstruktur abdecken.

Sollte der Schutz in Europa jedoch wegfallen, könnte dies potenziell Nachahmern und billigeren Wettbewerbern die Tür öffnen, strukturell identische Vier-Panel-Fußbälle in wichtigen Märkten legal herzustellen und zu verkaufen.

Die Auswirkungen dieses Rechtsstreits reichen weit über die Weltmeisterschaft 2026 hinaus. Adidas nutzt dieselbe Vier-Panel-Technologie in seinem gesamten Fußballsortiment. Der kürzlich vorgestellte Ball „Conext 26 Pro“ weist genau dieselbe Struktur auf, und es ist sehr wahrscheinlich, dass auch die kommenden Spielbälle für die Champions League, die MLS und die Bundesliga auf diesem Vier-Panel-Konzept basieren werden.

Das EUIPO prüft derzeit den Fall, um zu entscheiden, ob der Designschutz von Trionda Bestand hat oder nicht.

Was hältst du von diesem Rechtsstreit um das Design des Trionda-Balls? Teile uns deine Meinung in den Kommentaren unten mit.

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